NRW trifft Niederlande: Warum grenzüberschreitendes Lernen unsere Demokratie stärkt
10. Februar 2026
Viele politische und gesellschaftliche Konflikte sind keine nationalen Sonderfälle. Polarisierung, Fragmentierung, Druck auf Verwaltung und Daseinsvorsorge, kommunale Transformationsaufgaben und der migrationspolitische Dauerstreit wirken auf beiden Seiten der Grenze – aber die Lösungsansätze darauf unterscheiden sich oft. Genau diese Unterschiede sind für beide Seiten ein Erkenntnisgewinn: Nicht als Blaupause, sondern als Impuls für wechselseitiges Lernen.
Im Workshop-Format einer Pitch-Runde haben wir deshalb konsequent auf Verdichtung gesetzt: kurze, präzise Positionen statt langer Inputs. Das macht sichtbar, worum es eigentlich geht – und was jenseits der Tagespolitik bearbeitet werden muss.
Inhaltliche Kernlinien, die sich aus der Debatte ableiten lassen:
- Resilienz ist Handlungsfähigkeit im Alltag: Vertrauen entsteht dort, wo Staat und Kommune Probleme lösen – nicht dort, wo sie nur erklären.
- Politik ist mehr als Parteien: Entscheidend sind Policy-Communities aus Verwaltung, Ministerien, Verbänden und Zivilgesellschaft, die Entscheidungen vorbereiten, umsetzen und legitimieren.
- Fragmentierung verändert Regieren: Minderheitslogiken, Koalitionsstress und die Abwertung von Kompromissfähigkeit treffen auf eine Medien- und Plattformlogik, die Emotionalisierung belohnt.
- Kommunen sind der Härtetest: Stadtentwicklung, Innenstadtrevitalisierung, Daseinsvorsorge und die Frage nach neuen lokalen Zukunftsideen sind nicht „regional“, sondern demokratiestrategisch.
- Demokratie braucht Orte: Politische Bildung und Beteiligung funktionieren besonders dort, wo sie analog erfahrbar wird – im Quartier, in Schule, Ehrenamt und kommunalen Räumen.
Wenn wir Resilienz ernst meinen, braucht es daraus Konsequenzen: systematischer grenzüberschreitender Austausch über Verwaltungspraktiken, stabile Kommunikations- und Planungsketten auf Arbeitsebene und Formate, die über anekdotisches Lernen hinausgehen. Ziel ist ein gemeinsames Arbeitsprogramm, das wissenschaftliche Analyse mit kommunaler Praxis verbindet.
Vielen Dank an unsere Partner der NRW School of Governance und des Duitsland Instituts Amsterdam.